Landschaft quer denken

Arbeitskreis Landschaftstheorie

Anna-Maria Götz: Gedächtnislandschaften

von stefanie am 8. September 2014

„Gedächtnislandschaften – Inszenierung von Natur, Emotion und Gedenken im 19. Jahrhundert“

Besonders charakteristisch für die Gedenkkultur des 19. Jahrhunderts waren die imposanten Familiengräber des Bürgertums. Nicht selten wurden sie bei namhaften Künstlern in Auftrag gegeben, um das Familienandenken als repräsentative Gesamtkunstwerke vor der Kulisse der Natur in Szene setzen zu lassen. Vor allem auf Parkfriedhöfen wurden die Möglichkeiten des Raums gezielt genutzt, so dass die bürgerlichen Grabmäler entlang von Alleen, am Ende von Sichtachsen oder im Wechsel der Jahreszeiten wie kleine private Denkmäler wirken konnten.

Im europäischen Vergleich werden die Unterschiede und Ähnlichkeiten dieser künstlerisch aufwendigen Grabmalkultur besonders deutlich. Eine herausragende Rolle spielt dabei der größte Parkfriedhof der Welt – der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg – , der anhand von Beispielen vorgestellt werden soll und sich als facettenreiche Gedächtnislandschaft des bürgerlichen Erinnerungskults offenbart.

Dr. Anna-Maria Götz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Historischen Seminars, Bereich Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der Universität Hamburg. Sie ist außerdem Mitglied im Grundlagenbeirat der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal/Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur.